Rechtsreferendarin / Rechtsreferendar

"(R)echt unabhängig" - Wer nach dem Jurastudium die Ausbildung zur Volljuristin oder zum Volljuristen mit der Befähigung zum Richteramt abschließen möchte, muss vor der zweiten juristischen Staatsprüfung den juristischen Vorbereitungsdienst durchlaufen.

Der juristische Vorbereitungsdienst wird in einem besonderen öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis abgeleistet. Er wird grundsätzlich von der Präsidentin oder dem Präsidenten des Oberlandesgerichts geleitet, in dessen Bezirk die Ausbildung stattfindet.


Voraussetzung

In den juristischen Vorbereitungsdienst wird auf Antrag aufgenommen, wer die erste juristische Staatsprüfung bestanden hat und die durch Rechtsverordnung des fachlich zuständigen Ministeriums festgelegten Voraussetzungen für die Begründung eines öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses erfüllt.

Ausbildungsinhalt

Die Ausbildung erfolgt am Arbeitsplatz der Ausbilderin oder des Ausbilders z. B. bei Gerichten, Staatsanwaltschaften, Verwaltungsbehörden, der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften und Rechtsanwaltskanzleien, in Arbeitsgemeinschaften sowie in Lehrgängen. Sie kann durch Seminare, Vortragsveranstaltungen und Exkursionen ergänzt werden.

Der juristische Vorbereitungsdienst gliedert sich in eine einundzwanzigmonatige Ausbildung in den Pflichtstationen (Zivilrechtspflege, Verwaltung, Strafrechtspflege und Rechtsberatung) und eine dreimonatige Ausbildung in einer Wahlstation.

Beginn und Dauer der Ausbildung

Die Aufnahme in den juristischen Vorbereitungsdienst erfolgt zu dem auf den 1. Mai und 1. November eines jeden Jahres folgenden ersten Arbeitstag. Der Vorbereitungsdienst dauert insgesamt 25 Monate.

Ausbildungsentgelte/-bezüge

Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare erhalten:

  1. eine monatliche Unterhaltsbeihilfe unter Berücksichtigung eines familienbedingten
    Mehrbedarfs und ohne Kürzung der Fortzahlung an Feiertagen und im
    Krankheitsfalle.
    Der Grundbetrag der Unterhaltsbeihilfe beträgt derzeit ca. 1.000 Euro.*
  2. die Gewährleistung einer beamtenrechtlichen Vorschriften entsprechenden
    Anwartschaft auf Versorgung bei verminderter Erwerbsfähigkeit und im Alter
    sowie auf Hinterbliebenenversorgung,
  3. Reisekostenvergütung und Trennungsgeld bei dienstlich veranlassten Reisen
    entsprechend den für Landesbeamtinnen und Landesbeamte geltenden Vorschriften.

* Der angegebene Betrag dient der Orientierung.

Jahresurlaub

Der Jahresurlaub umfasst 29 Urlaubstage bei einer 5-Tage-Woche.

Ausbildungsdienststellen

Oberlandesgericht Koblenz;

Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken;